Aussetzer

Theaterstück: 50 min
Diskussionsrunde: 40 min
Workshop: 90 min

Ein Theaterstück von Lutz Hübner gekoppelt mit einem Workshop zum Thema Gewalt für Menschen ab 14 Jahren.

„Der reißende Fluß wird gewalttätig genannt.
Aber das Flussbett, das ihn einengt, nennt keiner gewalttätig.“
Zitat von Bertolt Brecht

Die Gewalttat eines Schülers gegenüber seiner Lehrerin wird zu Auseinandersetzung mit dem Selektionssystem Schule, aus dem beide, Täter und Opfer, nicht herauskommen. Die Frage, wer Täter und wer Opfer ist, wird nicht klar beantwortet. Wir sehen zwei Menschen, die auf der schiefen Ebene des Systems Schule verbissen und eigentlich gemeinsam um ihre Würde kämpfen.
Chris steht kurz vor seinem Hauptschulabschluss, doch der wackelt bedenklich. Zwei Fünfen hat er bereits, eine weitere kann er sich nicht leisten. Einmal ist er schon hängen geblieben, noch ein zweites Mal und sein Vater flippt völlig aus. Was bleibt ihm anderes übrig als die neue, junge und engagierte Lehrerin Frau Stöhr zu überreden, in ihrem Fach einfach ein Auge zuzudrücken. Ein guter Plan, denkt Chris! Frau Stöhr jedoch hat andere Sorgen. Sie arbeitet erst seit drei Jahren als Lehrerin und ist neu an der Schule. Mit spannenden Angeboten und ausgefeilten Konzepten versucht sie, den Schülern den Lehrstoff schmackhaft zu machen, doch die tanzen ihr nur auf der Nase herum. Und dann das: Chris, der härteste Brocken von allen, kommt an und will einfach so eine Drei geschenkt haben. Als Chris die junge Lehrerin nach Schulschluss abfängt, kommt es zur Eskalation und die Situation gerät völlig außer Kontrolle.


In einer geleiteten Diskussion wird das Gesehene und Erlebte mit den Teilnehmern aufgearbeitet. Wir erörtern gemeinsam unsere Ansprüche und Erwartungshaltungen an Lehrer-Schüler Beziehungen. Wie sieht für uns der Super-Lehrer und der Ideale-Schüler aus? In Rollenspielen werden markante Handlungspunkte gesucht, an denen eine Veränderung der Situation möglich gewesen wäre. Wir suchen gemeinsam nach alternativen Stückschlüssen. Das Projekt fördert demokratische Prozesse am Lern- und Lebensort Schule, indem den Teilnehmern ermöglicht wird die Geschehnisse aus der Sicht des Anderen zu betrachten (Lehrer‐ Schüler gemeinsam im Rollenspiel). Dieser Perspektivenwechsel fördert auf diese Weise die Empathie für die Bedürfnisse des Anderen.

Ablauf

  • Theater öffnet die Jugendlichen emotional
  • Schule ist Bildungsort und Lebensort
  • Erwartungshaltungen an Lehrer-Schüler Beziehungen diskutieren
  • Wie sieht der Super-Lehrer und der Ideale Schüler aus?
  • Deeskalation wie geht das?
  • Rollenspiele fördern Empathie durch Perspektivwechsel

Meinungen zum Projekt

  • Aktuelles Tagesgeschehen wird mit jugendlichem Wortschatz vermittelt! - Lehrer
  • Diskriminierung und Vorurteile in unserer Gesellschaft sind Themen für die Schüler sensibilisiert werden müssen. - Lehrer

Kritiken

Ansprechpartner

Frau Berner
  • 030 394 22 23
  • theaterscheselong@arcor.de