Hallo Nazi

Theaterstück: 50 min
Diskussionsrunde: 40 min
Workshop: 90 min

Für Menschen ab 13 Jahren.

„ Ich bin stolz ein Deutscher zu sein! „ erklärt uns Rudi. Er trägt Bomberjacke, ein T-Shirt mit einschlägiger Aufschrift und Springerstiefel – das typische Bild eines Neonazis. Rudi ist jung und arbeitslos. Nach einer Schlägerei landet er gemeinsam mit Jan, Ausländer und Schwarzarbeiter in Haft. Kulturen, Ideologien und Hass treffen aufeinander. Ein Spießrutenlauf beginnt. Jeder präsentiert dem anderen seine Vorurteile. Entsprechend heizt sich die Atmosphäre auf. Verbal und körperlich rechnen beide miteinander ab. Doch als die Polizistin Tina ihnen mitteilt, dass ein Arbeitskollege von Jan an den Folgen seiner Verletzungen verstorben ist kippt die Stimmung auf der Bühne und im Zuschauerraum. Diese Nachricht bringt beide zum Nachdenken und emotional näher. Wird Rudi, als Jüngster, die Schuld auf sich nehmen und wird Jan aussagen, dass Rudi nicht zugeschlagen hat, sondern sein Anführer Christian? Wo gerade noch über gängige Klischees gelacht wurde, werden nun nicht wenige überlegen wo das Gelächter ein Ende haben muss. Hallo Nazi ist auch ein Stück über den Umgang mit rechten Gewalttaten in unserer Gesellschaft.

Ein Workshop zum Thema Menschenrechte, Vorurteile und rechtsextremistischer und menschenverachtender Musik klärt auf und vermittelt Jugendlichen politisches sowie gesellschaftliches Basiswissen. Mit konkreten theaterpädagogischen Einzelmaßnahmen werden Situationen geschaffen, die Empathie fördern und Perspektivwechsel ermöglichen. Dies fördert den Prozess der Auseinandersetzung mit den eigenen Vorurteilen, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Demokratische Kompetenzen werden durch die Teilnahme am Projekt gestärkt.

18.6 Millionen Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Das ist nicht nur Statistik, sondern immer auch eine Familiengeschichte. Menschen mit Träumen, Wünschen und Hoffnungen füllen diese Statistik. Sie sind dankbar für die deutsche Staatsbürgerschaft und die Freiheit und Sicherheit, die ihnen in ihren Herkunftsländern oft verwehrt war. Wir könnten von ihnen lernen, dass Mehrsprachigkeit besser ist als Fremdenfeindlichkeit und Vielseitigkeit besser als Nationalismus, darum setzen wir auf Lernen durch eigenes Erfahren !

Hallo Nazi wurde 2017 mit freundlicher Unterstützung des Landesprogramms Weltoffenes Sachsen überregional an Schulen in Sachsen realisiert.

2018 fördert das das Niedersächsische Ministerium für Soziales,Gesundheit und Gleichstellung überregional Veranstaltungstage an Schulen im Land Niedersachsen.

Ablauf

  • Theaterästhetische Erziehung fördert ganzheitliche Bildung
  • Offene Gespräche über eigene Vorurteile
  • Sprechen über eigene Ausgrenzungserfahrungen
  • Menschenverachtende Musik erkennen und hinterfragen
  • Rollenspiele mit gemeinsamer Reflexion
  • Förderung des Demokratieverständnisses
  • Selbstwirklichkeitserfahrungen im Workshop

Meinungen zum Projekt

  • Besonders die Verlockungen der Rechtsextremisten auf geistig-kultureller Ebene wurden diskutiert. - Lehrer
  • Das Theaterstück hat lebendige Geschichte erzählt. Das wirkt sicher bei einigen noch nach. Im Workshop darum ging rechtsextremistische Musik und Symbolik zu analysieren und den Wert der freien Meinungsäußerung unter die Lupe zunehmen. - Lehrer
  • Bildung und das gegenseitige Kennenlernen sind die besten Präventionsmittel gegen die dumpfen Gedankengänge von rechts. Theater hilft den Horizont weiter zu öffnen. - Presse

Ansprechpartner

Frau Berner
  • 030 394 22 23
  • theaterscheselong@arcor.de